Aufbereitung von Seifen- und Desinfektionsspendern
Neuigkeiten Mai 2024
Was hat sich bewährt?
Seit das RKI 2016 in seiner Richtlinie Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (Bundesgesundheitsbl 2016 • 59:1189–122) das Thema Spender Hygiene für die breite Masse sichtbar gemacht hat, ist vielerorts die Verunsicherung groß. Gem. der Richtlinie sollen alle Seifen- und Desinfektionsmittelspender mind. halbjährlich komplett gereinigt und desinfiziert werden (inkl. Pumpe).
Neu ist das Thema nicht, Experten auf dem Gebiet der Hygiene, kennen die Gefahren. Beim Abnehmen älterer Eurospender ergeben sich schon mal Bilder des Grauens.
Bei über 450 Kunden im Gesundheitswesen bundesweit, sehen wir von hygenia drei Varianten, die sich in der Praxis umsetzen lassen.
1. Einmalsysteme
Die aktuellen Systeme von z.B. Hartmann (Euro Safety) und Schülke (Hyclick) stellen einen hygienischen Umgang mit Seifen- und Desinfektionsspendern sicher.
Flasche und Pumpe werden nach Entleeren des Gebindes komplett verworfen, entsprechend kann es nicht mehr zur Verschmutzung der Pumpe oder des Gehäuses kommen.
Um diese Systeme korrekt nutzen zu können, müssen die Spender komplett auf das neue System umgerüstet werden. Das bedeutet alle Spender aus dem
Bestand abmontieren und durch neue ersetzen. Die Mehrkosten für eine Flasche inkl. Pumpe halten sich laut Hersteller der Systeme in Grenzen, da nach Umrüsten auf 1 Liter Gebinden umgestellt werden kann (Haltbarkeit erhöht sich auf mind. 1 Jahr).
Zusammenfassung:
Vorteile:
- Extrem einfache Handhabung und Arbeitserleichterung
- Hygienische Sicherheit
Nachteile:
- Einmalige Kosten durch Umrüstung auf neue Spender
- Abhängigkeit vom Lieferanten, da Spender Systeme nur für jeweiliges System
kompatibel sind - Leicht erhöhtes Müllaufkommen
2. Aufbereitung der Euro Spendersysteme in Intervallen
Als kurzfristige Sofortmaßnahme haben die meisten Einrichtungen auf die intervallsmäßige Aufbereitung der Spender gesetzt. Hierbei müssen alle Spender für Seife und Desinfektion halbjährlich oder quartalsweise von der Wand entfernt und gem. Herstellerangaben erst gereinigt (aufwendiges durchpumpen einer Reinigungslösung) und dann desinfiziert werden.
Das hört sich nicht nur aufwendig an, das ist es auch. Zeitmessungen der führenden Hersteller für klassische Spendersysteme haben eine Aufbereitungszeit von ca. 10 min. je Spender ergeben.
Desinfektion
Reinigung
Zusammenfassung:
Vorteile:
- Keine zusätzlichen Investitionskosten
Nachteile:
- Extrem höher Personalaufwand
- Sicherheit der Aufbereitung fraglich, kein valides Verfahren.
3. Einmalpumpen in Eurospendern... die goldene Mitte?
Bleibt nach den Modellen 1 und 2 die Frage nach der goldenen Mitte. Eine Variante könnte das Umrüsten aller Spendersysteme von Stahl- auf Plastikeinmalpumpen sein.
Diese Pumpen sind kostengünstig (ca.€ 3,-/Stk.) und lassen sich bei der halbjährlichen Aufbereitung der Spender ganz
einfach tauschen. Das zeitintensive an der Reinigung der Spender ist das Durchspülen der Pumpen. Werden diese einfach nur getauscht, wird nur zusätzlich kurz das Gehäuse desinfizierend gereinigt und fertig ist die Aufbereitung.
Im Vergleich zum enormen Zeitaufwand durch die Reinigung der Pumpe, erscheinen die Kosten von ca. € 6,- / jährlich je Spender geringfügig und gewährleisten zudem eine sichere hygienische Aufbereitung der Systeme.
Zusammenfassung:
Vorteile:
- Enorme Zeitersparnis und einfache Handhabung im Vergleich zur Reinigung der Pumpen
- Unabhängigkeit und Flexibilität bei der Lieferantenauswahl
- Erhalt der preisintensiven Spendersysteme
Nachteile:
- Zusätzliche Kosten von ca. € 6,- / je Spender und Jahr
Fazit
Wie auch immer Sie sich entscheiden, die Spendersysteme müssen hygienisch sicher funktionieren. Alle drei Varianten sind gangbar. Hygenia rät seinen Kunden zu Variante 3, warum?
Als Betreiber schonen Sie Ressourcen und erhalten Ihre aktuellen Spender, zudem bleiben Sie flexibel bei der Auswahl der Lieferanten für Desinfektionsmittel.